Wohnen in der Shell – Tankstelle

Tankstelle01

Ich würde gerade jetzt bestimmt keine Wohnung in Berlin kaufen, und selbst wenn ich sie für die Hälfte des Verkehrswert bekäme und Denkmal-schutzabschreibung obendrauf.

In Berlin ist der Immobilienmarkt in den letzten Jahren von Anlegern aus den USA und skandinavischen Ländern leergefegt worden, die dachten, aus der Stadt wird was, und Qualität und Lage erkennt man mit Google Maps. Diese Geschäfte waren grösstenteils fremdfinanziert, mit billigen Krediten und sauberen Hebeln bei kleinen Sicherheiten. Viele dieser Player aus der Haifischbranche gehen seit letztem Jahr reihenweise pleite, weil sie auf grossen Beständen sitzen, mit billig eingekauften Wohnungspaketen durch Umwandlung in Wohneigentum das eingesetzte Eigenkapital zu verzehnfachen, funzt nicht mehr, auch weil viele Neuberliner, die dem Goldrausch – Berlin gefolgt waren, inzwischen wieder in ihre alte Heimat rückausgewandert sind, und weil etwa 120.000 Wohnungen in Berlin leerstehen. Eine Immobilienfirma hatte kürzlich auf Basis von realen Immobilienverkäufen, einen berlinregional unterschiedlichen Preisverfall von bis zu 50% errechnet.

Berlin hat keine Arbeit und wieder mal keine Zukunft.  Nur massenhaft Personal der bubbelgumökonomischen Euphorieblase, dem gerade die Liquidität ausgeht. Rechtsanwaltskanzlei-Firms bauen ab, Berlin-Repräsentanzen und Berater werden eingespart, Lobbyvereine eingedampft und Großfirmen wie eine Deutsche Bahn zieht es zurück in meine Stadt der leeren Türme.

09.11.28 Berlin Familie 136 - verkleinert

Der vernetzte urbane Penner  wird kaum noch Chancen haben in der Stadt, wo aus Stahlrohren und Zeltplanen errichtete Bürohauskulissen den gegenüber in der EuroHypo zu Besuch befindlichen Investoren Illusionen vorgaukeln, hier brummt’s, und er wird sich überlegen, ob er nun erst mal nach Luckenwalde für 4,50 / qm Neubau Erstbezug, gleich in die WG am Penzlberg oder besser gleich wieder heim zu Mutti nach Castrop Rauxel zieht. Eine schlechte Zeit, um die Dispohauptstadt des Landes zu sein. Und sicher auch nicht allzu gut, in diesen Markt hinein mit einer vermieteten Wohnung Geschäfte machen zu wollen. Die besagten Leute denken an dieses Berlin:

09.11.06 Berlin und Strecke 111 - verkleinert

09.11.06 Berlin und Strecke 114 - verkleinert

Dieses Berlin der obersten Springeretage, ein paar Schritte von den Einkaufsquartieren der Friedrichstrasse weg, mit Blick auf danebenliegende Abrisshäuser, vor sich hingammelnde, verfallende historische Prachtbauten wie die ehemalige Akademie der Wissenschaften und auf  Trümmergrundstücke mit blauen Müllsäcken, ist heruntergekommen wie die Stadt. Ja, es ist billig geworden, die Preise fallen wieder. Sie werden noch länger fallen und lange unten bleiben. Wie immer in solchen Zyklen. Die nächsten 5 – 10 Jahre ist es ein Verlustgeschäft. Aber mich fragt ja keiner. Mich fragten die einen, ob ich ihnen aus der Klemme helfen kann, wenn die Banken ungeduldig werden, und nicht mehr so oft wie früher die anderen, ob ich nicht klamme Immobilienbesitzer und entsprechende Insolvenzverwalter kenne, mit “günstigsten” Objekten in “Mitte” und “Charlottenburg”, weil sie glaubten, dass es momentan ohne Kredite kaum Käufer gibt, sie aber haben Cash in the Dash.

Wieso bekommen wir nie Aufträge wie “Such uns die schönste Wohnung auf Sylt oder am Starnberger See” – die wüsste ich sofort, wo ich innert 3-4 Wochen intensiver Suche – auf Kosten des Mandanten – fündig würde,  oder, “beschaffe uns einen netten Rolls Royce Open Tourer” – auch absolut kein Problem, ich kenne da eine Bank in Süddeutschland, der einige Edelkarossen-Leasingverträge ihrer Kunden Kummerfalten bereiten – sofort! Statt dessen: Los, los, jetzt noch schnell eine richtig günstige Berlinimmobilie, die sind wieder richtig billig, Schnapps, such, fahr hin und sag, was du davon hältst. Ich, im Winter, wieder nach Berlin. Und bevor ich das tue, frage ich lieber meine Leser im Blog:

Was haltet Ihr denn davon?

Für das Haus in der SHELL – Tankstelle (unbedingt die Slide-Show ansehen) in der Bülowstrasse in Schöneberg, dass ich mir mal im Sommer so gut wie es ging und ohne Fotoapparat anschaute, würde selbst ich mir noch mal – einen Moment lang – überlegen, dieses Slum Berlin in Kauf zu nehmen. Hier hat sich einer seinen Traum erfüllt. Ihm fehlt nur noch der Rolls Royce Corniche in Dunkelblau oder Gerd Steimer’s Jaguar MK VII  vor der ehemaligen Waschhalle, getrennt vom Wohnbereich durch eine Glasscheibe, ich weiss :-) aber ich habe nur schwarzen Tee getrunken, ohne Benzinzusatz, ehrlich.

P.S. Nur weil mich zwei E-Mails erreichten: Die “Wohn-Tankstelle” steht natürlich nicht zum Verkauf !!!

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23 Gedanken zu “Wohnen in der Shell – Tankstelle

  1. Hallo Detlef,

    die Stadt fasziniert Dich, sonst würdest Du nicht so oft darüber schreiben. Gib es doch endlich zu! Auch andere, besonders Ausländer, sind von dem ständigen Wandel der Stadt Berlin begeistert, nachzulesen im aktuellen “Lettre international”: Berlin auf der Couch. Als Uralt-Berliner sehe ich natürlich vieles nüchterner und bin ja bekanntlich ausgewandert, würde diesen Ort aber immer dem Bad Homburger Rollatorgelände oder der Frankfurter Hochhauswüste vorziehen. Daß man in Berlin als Immobilienspekulant ohne Orts- und Sachkenntnis schnell scheitern kann, sollte sich eigentlich seit Jahrzehnten auch in den westdeutschen Mittelgebirgen herumgesprochen haben, ist aber nicht unbedingt ein Nachteil dieser Stadt.

    Das soll nun auch hier mein letzter Kommentar sein. Ich stehe aber per E-mail weiss.hel@t-online für jede Diskussion zur Verfügung.

    Mit freundschaftlichen Grüßen

    Histomat

  2. Da setz ich doch gleich mal einen drauf und frage: Wie siehts bei Onkel Toms Hütte aus? Würdest Du da kaufen? Im “Westen” … am Fischtal bei den besseren Leuten?
    Würde mich nur mal so interessieren, retrospektiv (um zumindest dem angebrannten Topf noch den Deckel nachzuschmeissen, oder so ähnlich).
    Hans M.

  3. Nicht gut, aber die Substanz ist noch vorhanden. Geh doch mal an den Alex, an die schönen Neubauten überall. Da wird das Geld verloren. Nein. Da ist es schon lange verloren.

    Ich komme aus der Haifischbranche und habe grade Bilder aus München, Neubau, 8 Jahre alt, teuer und chic. Fassade nicht hinterlüftet, Zwischendecken ein Schimmelparadies und jetzt auch noch Ameisen. Aber inzwischen billig von der Hypobank zu haben. Amibesitz. Die haben mal alles gekauft.

    Was Du zeigst, ist nicht Berlin, sondern es sind die Plätze des Größenwahns und der Gier. Überall in Deutschland, Europa und weltweit, macht Gier hässlich und hässlich ist billig.

    Die Tankstelle ist geil. Werde ich mir wenn ich wieder dort bin, auch mal in Natura anschauen. Ein richtiges urbanes Wonbiotop.

  4. Helmut,

    das ist ja ein ganz und gar unboshafter Kommentar von Dir.

    Du hast recht, Berlin fasziniert mich, von Mal zu Mal mehr, je mehr ich feststelle, dass ich mit Karrieristen, Haifischen und gewissenlosen Zockern, die das Geld fremder Leute in den Sand setzen und dafür auch noch Millionenboni kassieren, nicht mithalten will, desto mehr freue ich mich über ein Berlin in wirtschaftlicher Schräglage, weil dadurch alles zu einer gewissen Normalität zurückkehrt, weil Berliner da ihren Anwohnerausweis, ihre Miete und ihren Bolle-Einkauf wieder ohne Pfennigfuchsen bezahlen werden können und nicht ins preiswerte Umland flüchten müssen.

    Soll sich die Elite, für die die “Quartiere” gebaut wurden, ruhig wieder in München tummeln und jedem ein schlechtes Gewissen machen, der sich in einem alten, gebrauchten Benz mit Lackschaden, wagt, an der Maximilianstraße zu parken. So sehr ich meine Heimatstadt Frankfurt und auch München mag, aber ein repräsentatives Wohlergehen kann genauso bedrückend wirken wie eine angeschlagene, ostwindige Hauptstadt. Oder wenn ich es anders formulieren darf, weil ich grad gut drauf bin: ich finde beides sexy: moderne Architektur und nebenan morbider Charme alter Häuser, genau so wie reich und arm.

    Und Helmut, die großen, wirklich richtig großen Baupleiten in Berlin, so a la Aubis, IVG, Euwo u.v.a.m., wurden von Berlinern, von den Lewandowskis und anderen Baragotzkis des Subventionsbetrugs, nicht von dummen Wessis, produziert, die dürfen diese Pleiten nur mit ihren Solizuschlägen und Länderfinanzausgleichen mitfinanzieren.

    Wir haben von einer großen Berliner Kanzlei, die auf wirtschaftliche Immonbiliensanierung spezialisiert ist und hauptsächlich für badengegangene Amis arbeitet, ein interessantes Angebot erhalten (die lesen hier sogar mit), es könnte sogar sein, dass wir bald noch mal Nachbarn werden. Also, sehe mal zu, dass Deine beiden OLdies in der Garage zum Laufen kommen.

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  5. Mal ganz abgesehen von der allgemeinen Lage…. Meine Schwester hat sich 1998 von ihrem ehrenvollen und über jeden Zweifel erhabenen Steuerberater eine Wohnung in der zukünftigen Boom-Town Berlin aufschwatzen lassen.

    Die depperte Eigentümergemeinschaft hat jahrelang immer gesagt: nee, der Bauunternehmer ist doch gar nicht so schlimm, der redet doch mit uns, der beseitigt alle Mängel, der gleicht Mietunterdeckungen mit seiner Mietgarantie aus. 2006 war Schluss mit Gewährleistungsfrist und Mietgarantie und plötzlich erkannte der noch vom Bauunternehmer / Verkäufer eingesetzte (und wahrscheinlich geschmierte) Hausverwalter in Berlin: Super Immobilie, aber… mit Akutsanierungsbedarf, es muss ein zweistelliger Prozentsatz des Kaufwerts in die Erneuerung erst in 2000 fertigggestellter Elektrik-, Heizungs- und Wasserleitungen, das Dach und die Abdichtung des Kellers gesteckt werden.

    Der neu eingesetzte Geschäftsbesorger hat übrigens inzwischen entdeckt, dass der Steuerberater meiner Schwester für seine “Empfehlung” rd. 15000 Euro Beratungshonorar vom Verkäufer bezahlt bekam.

    Ich würde in Berlin nichts aber auch gar nichts kaufen, bis auf das wunderschöne verglaste Tankstellenhäuschen. Das aber würde ich abbauen und mir als Wintergarten anbauen.

    Martin B.

  6. @ Burgunder,

    hängt davon ab, was Du da willst. Onkel Tom’s Hütte ist halt weit draussen, also eher was für Ruhesuchende wie Histomat, mit stabilem Wert, weil nicht wirklich schick. Und das wird es wohl auch nie werden.

    Aber wenn schon Grunewald, dann richtig, mit grossem Haus, großem Grundstück und was sonst dazu gehört. Ist zwar ein kleiner, teuerer Markt, aber dafür gibts immer wieder auch liquide Käufer, wie bei uns in Bad Homburg. Eine 3-Millionen-Villa verkauft sich hier auch einfacher, als eine 140-qm-Bude für 500.000 Euro.

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  7. Ich habe als zugezogener Beuteberliner Mitte der 90er Jahre einige Jahre in “Mitte” gewohnt und bei einer US-Werbeagentur gearbeitet, dann mußte ich weg.

    Denn dann kamen die Leute mit dem Syltaufkleber auf dem Erbeerkörbchen-Golfs, die verkrachten Werbe-Existenzen und Glücksritter mit ihren 10-Zylinder SUV’s und ich wusste, es ist nun soweit von hier zu verschwinden. Ich bin noch rechtzeitig weg und habe in Frankfurt wieder einen Job gefunden, meine Kollegen von damals hatten nicht das Glück. Unsere Company hat vor 2 Jahren von einem auf den anderen Tag das Offfice geschlossen.

    In einer Cocktailbar unten in unserem Bürogebäude, deren Einrichtung den Preis eines EFH gekostet hatte und was ganz edles werden sollte, kosteten die Drinks 2004 noch, runde 10 Euro. Heute kriegt man dort Cocktails ToGo, 05 Liter im Pappbecher für 4,50 Euro.

    Die Stadt erinnert in der Tat an Neapel. Eleganz und 100 Meter weiter Abbruch und Müll, was aber genau wie Detlef Kupfer sagt, auch eine Faszination ausübt.
    Ein saustarkes Foto vom neuen Springergebäude in der Kochstrasse. Könnte ich das in Größer bekommen zum Ausdrucken?
    Hannes K.

  8. Anmerkung zu diesem Beitrag: Ich erhielt ihn per E-Mail, mit Reallnamen und Anschrift. Der Absender stellte es mir frei, sein E-Mail als Kommentar zu veröffentlichen, was ich hier mit getan habe. Detlef Kupfer
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    “Herr Kupfer, so gesehen, gebe ich Ihnen recht. Auch in meiner Wohnanlage im Wedding wurden nach dem Verkauf der ganzen Siedlung an Amerikaner, zwar die Mieten erhöht um die Mieter rauszuekeln, aber die freigewordenen Wohnungen stehen überwiegend leer und das seit 3 Jahren. Ist ja auch egal, wenn die Hedge-Fonds ihr Geld verbrennen, wen störts, Steuerzahler zahlen ja die Verluste!
    Aber man könnte die Wohnungen doch dann heute auch direkt verkaufen. Für 40.000 Euro hätte ich meine Wohnung mit 70qm gerne gekauft und hätte die danebenliegende Wohnung, die seit 2 Jahren leer steht, mit dazu genommen. Eine, in der ich seit 21 Jahren wohne und eine als Altersvorsorge, die ich bei dem niedrigen Kaufpreis preiswert und sozial vermietet hätte. Nur wollte ich auch nicht viel mehr bezahlen, wie der amerikanische Hedge-Fonds selbst an die landeseigene Wohnungsgesellschaft bezahlt hatte. Wären für diesen Preis auch noch in 30 Jahren ihr Geld wert gewesen. Die mit dem Verkauf beauftragte Gesellschaft hat nur müde gelächelt, statt der 570 Euro pro Qm, verlangte sie 2.100 Euro, saniert natürlich, wobei der Sanierungsanteil mit etwa 800 Euro pro Qm kalkuliert ist. Wahnsinn, oder?
    Den Banken, die den Amerikanern den Kauf finanziert haben, ist es egal, wie den Berliner Schmierenpolitikern, die kriegen ihre Verluste bekanntlich vom Staatlichen Garantiefonds und durch Bundeszuschüsse ersetzt. Die interessieren sich auch nicht dafür, ob normale Bürger im Alter noch ein Dach überm Kopf haben und was zwischen die Zähne bekommen.
    Ihr Beitrag gefällt mir gut, weil er mir aus der Seele spricht.”

  9. Ich bin heute zufällig auf diesen Blog gestoßen aus aktuellem Anlass.

    Ich hatte die Geschichte über die Schöneberger Tankstelle schon mal gelesen, aber nicht mit diesen schönen Fotos und hatte den Artikel heute in Google gesucht. Vor ein paar Tagen stand ein Artikel zu einer anderen alten Tankstelle in der Zeitung, die wahrscheinlich geldgeilen Bundesbeamten und Grundstücksspekulanten zum Opfer fällt.

    http://www.pnn.de/potsdam/228424/

    Klaus

  10. Hallo Klaus,

    das wäre es doch mal wert, die vor der Feinstaub-Klagemauer eingeschlafenden IKM – Aktivisten, deren Vortand Mario de la Rosa und den Parlamentarischen Arbeitskreis Oldtimer, aufzuwecken und auf Trab zu bringen, da die Jungs sich ansonsten offenbar nur noch mit Buchrezensionen beschäftigen.

    http://www.kulturgut-mobilitaet.de/index.php?option=com_fireboard&Itemid=95&func=view&id=27324&catid=2

    Statt Kaffeefahrten in Entchenformation entlang von Denkmal-Routen, eine Protestfahrt durch Potsdam. Einen Verfechter des Erhalts kulturhistorischer Gebäude, besonders in Potsdam, könnte ich ggflls. auch noch benennen, der würde vielleicht sogar mit ein paar Leiterwagen den anrollenden Abrissbagger den Weg versperren (und mir heute Abend noch eine seeeeeehr boshafte E-Mail schicken).

    Spass beiseite. Genau so wie in dem Zeitungsbericht beschrieben, ist es. Wahrscheinlich lockt auf diesem Platz schon an Ostern ein neugebauter Discounter, oder ein McBulette mit Eröffnungsangeboten.

    .

  11. “Da hat jemand seinen Traum verwirklicht”
    Au weia.

    In einer umgebauten Tankstelle zu wohnen ist so ziemlich das Letzte, was wir uns vorstellen können.

    Mangels Keller – wo soll man da die gute “Sieglinde” einlagern? Kinder scheint der Hausherr wohl nicht zu haben. Ist auch besser so. Wer weiss, was für Hautausschläge da drohen.

    Aber um in die “Besser Wohnen” und natürlich in die Auto-Foren zu kommen sicherlich eine gute Wahl.

  12. Bei uns werden grade Reihenhäuser für junge Familien gebaut, auf verbilligten Grundstücken und gefördert von der Stadt. Die haben auch keinen Keller. Dafür kosten sie auch runde 40000 € weniger.

    Der Nachteil ist klar, kein Platz für die große Tiefkühltruhe, wenn die Kinder stören (nur sarkastisch gemeint).

    Heutzutage wohnt man in alten Wassertürmen, Bahnhöfen und ehemaligen Fabriken, neudeutsch Loft, warum nicht auch in einer alten Tankstelle? Ich find es dufte. Hat auf jeden Fall Atmosphäre.

    Roland

  13. Find ich toll die Tankstelle, schöner als die vielen Protzbauten in Gelsenkichner Barock die genausoviel kosten! Leider in Berlin, da möchte ich nicht mal kostenlos wohnen…………. 8-)

    Gerd

  14. Hier ist ein Kommentar von Dr.M.F., den ich versehentlich gelöscht habe. Sorry.

    .

    “Natürlich würde mir die Tankstelle an einer stillgelegten Baumallee in Brandenburg auch besser gefallen als wie in Schöneberg, aber das hier hat für mich was bohémiges. Mir gefällts auch sehr gut und der Landschaftsarchitekt ist ja auch kein Unbekannter.

    Luxusmaisonetten für 4500 € in ehemaligen Bauerhöfen und Kuhställen haben auch keine Keller.

    M.F.”

  15. Pingback: 300SL Höllenofen darf kein Sofa werden

  16. Ich kenne diese Kinokulisse ziemlich gut, weil ich zwei Jahre lang jeden Tag vom Bahnhof aus Richtung Friedrichstraße dort vorbeilief. Am Leipziger Platz und auch anderswo gibt es noch viel mehr davon und Baulücken ohne Ende, wo schon seit Jahren Häuser drauf stehen sollen.
    Vielleicht sollte man um preiswerten Wohnraum anbieten zu können, Wohncontainer übereinanderstapeln und dann mit solchen Riesenzelten verkleiden. Dann hätte Mitte wenigstens auf die Art das, was fehlt. Menschen die dort wohnen. Diese Stadt ist doch schon 100 Meter abseits der Flanierstrassen tot und sie stirbt weiter. Ich kenne leerstehende Häuser in Mitte, wo Abends die Portiers nach einem festgelegten Schaltplan die Lichter in Räumen einschalten müssen um Leben innendrin vorzutäuschen.
    Meine Firma hat zum Jahresende in ihrem Berliner Büro das Licht ausgeschaltet, für immer.
    Alfred J.

  17. Dein Berlin-Bashing sei Dir verziehen, weil Du hast mit dem meisten recht. Ich bin schon oft an dieser Tanke vorbeigefahren. Ich kannte aber nicht diese Geschichte und das es so einen Bericht über die sie im Web gibt. Danke für den Link.

    Uwe aus Wedding

  18. Detlef, Sie schrieben:

    “Soll sich die Elite, für die die “Quartiere” gebaut wurden, ruhig wieder in München tummeln und jedem ein schlechtes Gewissen machen, der sich in einem alten, gebrauchten Benz mit Lackschaden, wagt, an der Maximilianstraße zu parken. So sehr ich meine Heimatstadt Frankfurt und auch München mag, aber ein repräsentatives Wohlergehen kann genauso bedrückend wirken wie eine angeschlagene, ostwindige Hauptstadt. Oder wenn ich es anders formulieren darf, weil ich grad gut drauf bin: ich finde beides sexy: moderne Architektur und nebenan morbider Charme alter Häuser, genau so wie reich und arm”.

    Sehr gut beschrieben. Und danke für den Tankstellentip. Ich bin letzte Woche direkt mal einen Umweg gefahren, um sie mir anzusehen.

  19. Danke für den heißen Tip. Der Umweg am Samstag hat sich gelohnt.

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