Pagoden im Leihhaus.

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Wenn ich auf Geschäftsreisen in Berlin, Sachsen, und gelegentlich auch anderen Orten Mitteldeutschlands, aber auch in unseren heimatlicheren Regionen, unterwegs bin, und wenn ich zwischen Geschäftsterminen ein paar Stunden Zeit und Muse habe, hole ich meinen Merkzettel aus dem Terminer. Hier mache ich mir seit langem Notizen, von Orten, Dingen, Leuten, die mich interessieren, bevorzugt natürlich wo ich schöne, alte Autos und bevorzugt  alte Gebäude ansehen kann, weil ich halte nichts davon, über Dinge zu reden, oder gar darüber zu schreiben, über Sachen, die ich nicht selbst erlebt, gefühlt habe, und über die ich mir auch zutraue, harte aber faire Urteile abzugeben.

Seit einem solchen Abstecher in Berlin, schiebe ich einen Beitrag vor mir her, den ich nicht schreiben möchte. Ein Beitrag, der persönlich ist und sehr gut aufzeigt, wie selbsttäuschend und zum Teil verlogen diese Oldtimerszene ist, wie wenig es dem vorgetäuschten Bild entspricht, das sich Einige, nicht wenige, in dieser Szene, in Foren und im realen Leben, Tag für Tag vorgauckeln, und wie gnadenlos die zur Schau gestellte Unbeschwertheit  weggeräumt wird, weil wenn die Kohle am Ende vorne und hinten nicht mehr reicht, man am Ende vor Realitäten im Staub kriecht.

Unweit meines kleinen Landhotels in Klein Machnow,  wo ich seit Jahren übernachte, hatte ich mir auf meinen Merkzettel schon vor längerem etwas Sehenswertes notiert. Seit dieser Zeit wollte ich schon öfters mal zu einem  Pfandleihhaus für Oldtimer fahren, die seit einiger Zeit an allen Ecken Deutschlands aufmachen, und die eins gemeinsam haben, zunehmenden  Platzbedarf. Ich fuhr dreimal an ihm vorbei. Es ist etwas diffizil, weil das Betreten so eines Hauses fast so verpönt ist wie der Besuch eine Bordells, aber in diesem Fall wollte ich dort nichts beleihen oder verhökern, sondern mal selbst  so eine  Endstation der erfüllten Jugendträume  erwachsener Männer  sehen, fotographieren durfte ich dort nicht (deshalb mal ausnahmsweise ein geklautes Bild) auch mal selbst hören was sie so kosten, denn ein Bekannter aus dem Süddeutschen, hatte mir von einem dortigen Pfandleihaus erstaunliches berichtet:

Dort unten bei ihm, steht eine 250SL Pagode, von einem bekannten würthembergischen Benz-Restaurierer auf Fast-Museumszustand gebracht. Sie steht da schon länger. Mein Bekannter hat mal nachgefragt. “Die Pagode? Zu teuer”, sagte ihm der Pfandleiher, “habe er bewertet, vor zwei Jahren, da war der Markt noch oben und die Burschen hotten a Göld, und nun könne er aus rechtlichen Gründen nicht der allgemeinen Preisentwicklung folgen, die den Wert des Autos um ein Drittel gedrückt habe”. Die Marktpreise in den Postillen? “Die soien zuom Oaschabwischen…” Dann nannte er dem Bekannten den Preis, und er hatte recht. Da sitzt er also weiter mit seiner 250SL Pagode, neben anderen schönen Autos, und wenn ich das richtig sehe, werden sie noch eine Weile vor dem Alpenpanorama so stehenbleiben. Ähnlich wie diese 82 Pagoden…

 

 

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Manche Dinge gehen halt dagegen immer. Nationalismus, Suff, und Volksverarschung in Sachen Marktpreisen für Oldtimer. Angesichts dessen, was man so in einschlägigen Internet-Foren grade mal wieder an guten Ratschlägen und Horrorwarnungen in Sachen Restaurierungsvorhaben und investierter Gesamtkosten für eine selbst restaurierte Pagode, von 50 – 60.000 Euro und mehr, lesen kann, einer meinte “jetzt weiß ich, wozu Du die Flex brauchst”, und andererseits aber, momentanen, realen Kaufpreisen solcher Preziosen für nahezu die Hälfte, müssten in Orten, wo solche Marktpreise “ermittelt” und in dicken Heften für nicht wenig Geld unters Oldtimer-Völkchen gebracht werden,  eigentlich schon Steine fliegen.

Aber es kommt ganz langsam, schleichend, die wissen schon, wie sie es tun und verpacken, und die Krise dauert noch ein paar Jahre, und die Macher der Marktpreise für Oldtimer von heute, haben sich auch drauf eingerichtet, sie machen Pfandleihhäuser für Oldtimer auf.

So, und Ihr liebe Leser, könnt mal mit einer  Pagode 280SL 6,3   dem Nachbau des legendären Versuchswagens, eine Runde drehen.

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25 Gedanken zu “Pagoden im Leihhaus.

  1. Köstlich geschrieben. Es ist die bittere Wahrheit. Durch diese gepuschten, angeblichen Marktpreise angeblicher Marktkenner werden immer wieder Leute animiert, billigen Kernschrott zu kaufen. Haben sie dann wie der Junge im PT grade schildert, angefangen zu restaurieren, gibts kein zurück mehr. Am Ende haben sie materiell und immateriell Summen verbaut, die sie nie mehr wiedersehen, falls sie das Auto doch mal verkaufen wollen oder müssen. Vor allem Händler kriegen mit diesen “Marktpreisen” enorme Verkaufshilfen geliefert.

    Ich habe damals einige Monate lang nach einer Pagode gesucht. Bei einem holländischen Händler, den Du auch gut kennst, habe ich für deutlich unter 30 Tsd. eine echt gute Pagode gefunden.

    Zähle mal zu den Autos von Mobile.de noch die ganzen ebay-Angebote hier und aus den USA dazu, dann ist das Angebot wahrscheinlich 10mal so hoch, wie die Nachfrage. Das dürfte bei anderen Altbenzen in etwa genau so sein. Ganz schlechte Zeiten für Pagoden über 30000 Euro, meint

    Peter

  2. Was denn jetzt? Billig (Kernschrott) kaufen oder teuer restaurierte?

    Ich darf raten: gut aber günstig! Halt nen Schnapper suchen.

    Danke für den Tipp.

  3. Anderen gehts genau so. Die Krise hat leider ihren Preis.
    Bei mir in der Nähe hat einer eine Ferrarisammlung stehen, darunter anderem einen 456er, der in meinen Augen einer der schönsten überhaupt ist. Den hat er seit März bei mehreren Händlern auf Oldtimermessen stehen gehabt. Inzwischen scheints bei ihm zu drücken, jetzt hat er ihn einem Bekannten angeboten, für die Hälfte dessen, wie er von den Händlern angeboten worden war und wie er mal vor 3 Jahren bei Classic Data bewertet wurde. Gut, es wäre ein Freundschaftspreis gewesen, aber da geht es dann wirklich um Summen, die man nicht so gerne verliert. Wie man ja auf dem Foto sieht, steht da ein M1, eigentlich ein ganz seltenes Auto, wofür der Besitzer eigentlich kein Leihhaus brauchen dürfte, um ihn zu Geld zu machen, wenn man den Oldtimerpostillen Glauben schenken könnte.
    Dieter S.

  4. @ W.a.M.

    man muss ja nicht grade Autos kaufen, die die Restlebenszeit in Anspruch nehmen, dran zu schrauben und einem ansonsten nur Freude bereiten, wenn man darüber schreibt. Ähnlichkeit mit lebenden Personen sind rein zufällig… Griiiins.

    Detlef

  5. Also was ist denn jetzt die “bittere Wahrheit” ?

    Dass heutzutage auch Menschen der sog. Mittelschicht in wirtschaftliche Not kommen können? Sogar PAGODEN-FAHRER? Allmächt´ger!

    Und boah kuck mal, sogar ein M1 ! Gehört bestimmt einem frankfurter Börsenfutzi. Vermutlich zu teuer und auf Kredit eingekauft.

  6. Ich tippe mehr auf einen Münchner Bussibussi Notar, Aktionär der HRE oder Starnberger Zahnarzt, dem sein Steuerberater grade eine Stunde vorher in Berlin mitgeteilt hatte, dass aus seinen steuerlichen Verlusten reale Verluste geworden waren…

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  7. Das kann kein Münchener sein. Die Bussibussi’s haben alle keine Kfzbriefe, die liegen alle bei der Bank.
    Dieter S.

  8. ei was sind alle so gehässig bis schadenfroh :-) Börsenfuzzi, Starnberger Zahnarzt, BussiBussianwalt – man meint man wäre im Berliner Autonomen- oder Neidhammelforum………………
    Pfandhäuser gabs schon immer, wurden immer mehr oder weniger benutzt, da ist halt jemand auf die Lücke Oldtimer gestoßen. Ich hab eher Mitleid mit denen die ihre Oldtimer sauteuer beleihen müssen.

    Gerd

  9. Och komm, Spielverderber.

    Ich hol mir jetzt einen leckeren ital. Kecks (ja, die lecker bitteren mit Mandeln) und lehn mich selbtsgefällig zurück.

    P.S.

    Der 300er Adenauer gehört bsetimmt einem Metzger, der versucht hat mit einem Partyservice in Boppard schnell reich zu werden.

  10. So was esst Ihr? Na ja, bei Euch in Bayern gibt’s ja auch so klangvolle Ortsnamen wie Tuntenhausen oder Petting, da wäre mir Wüstensand sogar noch lieber.

  11. Ein interessanter Beitrag. Das bei der großen Anzahl von Pagoden die es wohl gibt und der momentanen Lage, auch einige dort landen, wundert mich nicht. Ich würde aber auch nicht mal ausschliessen, dass auch Händler sich auf diesem Weg mal wieder ein bißchen Luft verschaffen und sich von plattenstehenden Autos auf die Art trennen, denn die Banken scheinen ja hier mächtig die Daumenschrauben angezogen zu haben, was man an der Vielzahl momentan in Insolvenz gehender großer Autohäuser sieht.
    Das aber ein so seltenes Auto wie Mercedes 300d in einem Leihhaus steht, wundert mich. Der hier müsste ein Modell W189 Bj. 1957-1962 gebaut, sein. Gleiches gilt für den BMW M1.
    Ich habe auch schon mal hier und da bei Anfragen auf Oldtimertreffen abgeklopft, was echte Interessenten, keine Neugierigen, für meine 250SE Cabriolet so hinlegen würden. Die Aussage des bayerischen Händlers, was die Verwendung z.B. der von Classic-Data angeblich ermittelten Marktwerte auf gerdrucktem Papier betrifft, teile ich inzwischen auch.
    Herr Kupfer, goggeln Sie mal Oldtimer und Leihhaus. Sie stehen da ganz weit oben.

  12. Bei uns in München hat vor kurzem das Luxuskarossen-Autohaus König Insolvenz angemeldet. Die Nachfrage nach Edelgeschossen zum Samstagsshopping auch auf der Strada di Bonzo – Maximilianstrasse – ist zusammengebrochen. Und wo kaum mehr Nachfrage ist, bleibt selbst einem Edeloldi der Weg in die Leihe nicht erspart.
    Nach 2 Oldtimerkäufen und einem Verkauf, habe ich selbst auch erlebt, wie weit Marktpreise in Postillen von der Wirklichkeit entfernt sind. Ich glaube, ich müsste meine Frau dorthin schicken, den Oldie in ein Leihhaus zu bringen und nicht wissen, ob ich ihn wieder auslösen könnte, das wäre echt zu viel für mich. Dann lieber gleich verkaufen, auch mit einem Verlust und Strich drunter. Wenn aber so kaum mehr ein Nachfragemarkt vorhanden, wird vielen nichts übrigbleiben, diesen bitteren Weg zu gehen. Es ist Sand im Getriebe.

    Werner

  13. Gebrauchtwagenhändler bekommen ihre Autos nicht durch Banken finanziert. Das macht keine Bank. Auch vor der Krise nicht. Ausnahmen bestätigen die Regel. Entweder haben die Eigenkapital oder es ist (überwiegend) Kommissionsware. Letztere kann man natürlich nicht verpfänden. Manche waschen natürlich auch anderer Leute ihr Geld.

    Geld vom Pfandhaus für ein Auto ist so ziemlich die teuerste Variante, kurzfristig an Geld zu kommen. Allein die Standmiete ist enorm. In Summe kommen hier Verzinsungen von 15-20% raus.

  14. Ich habe mir mal den Beitrag von Histomat durchgelesen. Abgesehen von seinem sehr zynischen Schreibstil hat er zumindest mit der These recht, dass der Mercedes Oldtimermarkt von Händlern und Marktwertermittlern zusammen, durchmanipuliert ist.

    Ich kenne eine 111er Cabriolet, das einem bekannten Händler in Kommission zum Verkauf anvertraut wurde und danach bei 3 anderen Händlern, zu drei verschiedenen Preisen, mit Aufschlägen von über 60 Prozent, in den Showrooms stand. U.a. auch in zwei Meilenwerken. Der Verkäufer bekams spitz und hat seine Auto selbst angeboten, gute 15000 € über dem Kommissionsangebot, aber über 25000 € unter dem VK-Angebot des Händlers, und, er hat nach 3 Monaten erfolgreich verkauft.
    Peter aus H.

  15. Pingback: Wertparadoxon DOX Classsic – Data (I.)

  16. Hallo Herr Kupfer,

    freudig überrascht bin ich gestern bei der Durchsicht unserer Webseitenstatistik – wofür so ein Schneegestöber so alles gut ist – über Ihren Beitrag zu unserem Leihhaus in Berlin gestolpert.

    Vielen Dank für den kurzweiligen Beitrag, sehr schöner Schreibstil – hat uns wirklich gut gefallen! Und sich auch wohltuend von den medialen Standardfloskeln rund um das Thema Kfz-Pfandleihhaus abgesetzt.

    Eine kurze Anmerkung zum Artikel. Mit dem generellen Fazit der (Über-)Bewertung von Oldtimern und dem teilweise extremen Preisverfall in den letzten 18 Monaten treffen Sie natürlich ins Mark. Aus diesem Grunde gehen unsere Kollegen – Ihr angeführtes Münchener Beispiel – und wir heutzutage auch wesentlich konservativer an die Oldtimer-Bewertung heran. Gefühlter Wert und reale Marktlage entfernen sich immer weiter voneinander…

    Die ausgestellten Fahrzeuge auf dem Foto sind jedoch nicht alle beliehen oder werden im Pfandkundenauftrag zum Verkauf oder Versteigerung angeboten. Beliehene Fahrzeuge werden generell möglichst diskret eingelagert. Auf dem Foto sieht es so natürlich schöner aus… dies nur als kleiner Hinweis am Rande.

    Als Autoliebhaber, Blogger und auf Grund des tollen Beitrags möchte ich Sie abschließend noch sehr herzlich zu unserem Kfz-Gewinnspiel in unserem Blog http://www.das-autopfand.de/blog einladen. Wünsche Ihnen viel Glück, weiterhin viel Spaß beim Bloggen…

  17. “Eine kurze Anmerkung zum Artikel. Mit dem generellen Fazit der (Über-)Bewertung von Oldtimern und dem teilweise extremen Preisverfall in den letzten 18 Monaten treffen Sie natürlich ins Mark. Aus diesem Grunde gehen unsere Kollegen – Ihr angeführtes Münchener Beispiel – und wir heutzutage auch wesentlich konservativer an die Oldtimer-Bewertung heran. Gefühlter Wert und reale Marktlage entfernen sich immer weiter voneinander…”

    Estklassiger Kommentar, denn diese Erfahrung habe ich grade gemacht. Mein W111-250SE Coupe hat mich 2004 rd. 11.000 € gekostet. Um es auf Vordermann zu bringen, steckte ich noch mal rd. 7.000 € hinein. Von Classic-Data zunächst auf 23.000 € geschätzt, dann vor 2 Jahren bei einem anderen Sachverständigen auf 29.000 € geschätzt. Auf diese “Marktwerte erfolgten natürlich auch die Anpassungen meiner VK-Versicherungsprämien.

    Seit 3 Monaten habe ich das Auto in einschlägigen Portalen zum Verkauf angeboten. Inzwischen bin ich Realist. Mehr als 18.000 € ist kein seriöser Käufer bereits zu zahlen.

    Die Einschätzung und deutlichen Worte von Daniel K zeigen mir vor allem, dass ich nicht zu blöde bin, mein Auto zu verkaufen, sondern das der Markt anders aussieht wie uns diese Marktwertgutachter weissmachen wollen. Ich habe jetzt erstmal den Versicherungswert runtersetzen lassen, spare bares Geld und den Traum von einem Flachkühler-Coupe erfülle ich mir später.

    Willi S.

  18. Ich glaube, ihr seht das von einem falschen Standpunkt aus.
    Ihr redet immer von dem ‘Gewinn’, den man machen muss, wenn man einen Oldtimer kauft und hoffentlich von einem Schnellen, wenn man ihn verkauft. Oldtimer, als Kapitalsanlage.
    Ich fahre seit mehr, als 30 Jahren alte Autos und bin dafür am Anfang als Spinner belächelt worden, Ende der 70 ger, war das halt so, man fuhr konservativ, oder war ein Spinner, Zuhälter, oder einer, der’s noch nicht gelernt hat.
    Ausnahme, einige grossen Sammler, die sich damals schon auf Autos stürzten, die die meisten nicht mehr kannten.
    Leider hat Deutschland keine Sportwagenkultur, im Vergleich zu unseren Nachbarn. Einzige Ausnahmen, der BMW 328 und 507, die 300 SL, Veritas, sowie einige Porsche Modelle.
    Wenn ich diese aber im Vergleich zu anderen setze und ich behaupte das, aus eigener ‘Fahrerfahrung’ her, zu können, sind es doch recht langweilige, halt zu perfekte Autos.
    Dies spiegelt sich auch in den deutschen Auto-Foren wieder, es wird gemeckert und schlechtgeredet, das sich die Balken biegen. Meistens über Autos, die keinerlei Emotionen erregen.
    Das ist wie in den 70gern, als es noch die ‘Bonzen-‘ und die ‘Hosenträgerautos’ gab. Damals schüttelten die, die die letzteren fuhren, mit der Faust und meckerten über die Bonzenschweine, in ihren schnellen Autos. Das legte sich dann mit dem Golf GTI.

    Erstaunlicherweise, werden viele dieser Hosenträger Autos, heute restauriert, da anscheinend die Jugenderinnerung an die Hasstiraden, der Väter, die Erinnerung, wie langweilig diese Autos waren, überschattet.
    Wahrscheinlich aus dem Frust, heraus, in solch eine ‘Gurke’ Geld, das man niemals wiedersehen wird, investiert zu haben, lässt man sich in den Foren, auf übelster Weise, aus.
    Das alles wiederholt sich heute, nur das die Verhältnisse andere sind.
    Es geht allen besser, man ist anglophiler geworden, das heisst, man lebt von Geld, was einem nicht gehört, haut andere übers Ohr, nimmts mit der Wahrheit nicht mehr so ernst und hat eine sehr relative Moral. Ausserdem ist die Lust zur Selbstdarstellung enorm.
    Davon hat die Wirtschaft in den letzten Jahren in allen Bereichen stark profitiert.
    Früher kaufte man einen Sportwagen, weil man Hobbyrennfahrer war, aber der Grossteil ging an die ‘Dolce Vita’ Menschen.
    Heute scheinen es nur die letzteren zu sein, grösstenteils mit geliehenem Geld.
    Da man mit einem neuen Supersportwagen, die heute alle um die 2 Tonnen herum wiegen, auf der Rennstrecke nichts mehr zu suchen hat, fährt man halt voll klimatisiert, sich die Reifen auf Europas Flaniermeilen platt.
    In dieses Gehabe passen natürlich hervoragend die Oldtimer.
    Man kann sich zur Schau stellen, Rennen fahren, sowie Geld verdienen, (oder es verlieren.) Der Mann kann seinen Oldtimer mit Sonderkarosserie kaufen und seine Frau, oder Freundin kann sich dem perfekt anpassen.
    Fürs Schaulaufen, muss der Oldi natürlich perfekt sein, besser als neu, denn damals waren sie nicht so toll. Mit einem ‘orginal’ restaurierten Wagen kann man keinen Blumentopf gewinnen.

    Es gibt heute verschiedene Arten von Oldtimerbesitzern.
    1.Schausteller, die am Fahren nicht interessiert sind und nur an Veranstaltungen teilnehmen, um sich selbst darzustellen, oder den Wert erhöhen wollen.
    2.Lügner und Betrüger, die am schnellen Geld interessiert sind und eine grenzenlose Phantasie zu haben scheinen.
    3.Geniesser, die ihren perfekten Oldtimer gefunden haben und ihn, was immer es auch kostet am Leben erhalten, aber hauptsächlich den Fahrspass geniessen. Die kann man in zwei Gruppen teilen, Die, die es selber machen und Freude am Basteln haben, oder jene, die für alles bezahlen müssen, was den Marktwert meistens überschreitet.
    4.Die ‘Masse’, Leute die wenig bis keine Ahnung haben, einem Trend hinterherlaufen, oder verklärte Jugenerinnerungen auffrischen wollen
    Die kann man in drei Gruppen teilen, mit Geld, wenig Geld, geliehenes Geld.

    Allen kann ich nur raten, informiert euch gut, was ihr überhaupt wollt, fahrt Probe, stellt vorher fest, ob das Auto auch den Fahrspass hält, den ihr euch versprecht, schaut euch mal Alternative von anderen Marken an, fragt Leute die Ahnung haben, Spezialisten und kauft euch das beste Auto, was auf dem Markte ist, auch wenn es teurer, als der sogenannte Marktwert ist.
    Wenn ihr nichts, oder wenig selber machen könnt, wird es im Endeffekt billiger sein und euch nicht den Fahrspass vermiesen, Geiz ist nicht geil, wenns um den eigenen Spass geht, es verdirbt ihn nur. Eine gute Restauration übersteigt immer den Marktwert, egal bei welchem Auto und gute Autos für wenig Geld, suchen wir alle.

    Bisschen lang geworden, trotzdem viel Spass.
    Jörg

  19. Pingback: Rien ne va plus bei 20.000 +

  20. Sehr interessante Artikel welche der Wahrheit entsprechen , leider .
    Jedenfalls beim Verkauf ist es so aber auch den Wertverlust der Standart Autos sollte man nicht vergessen und gegenrechnen , so relativiert sich der Wert bei längerem Besitz eines Oldis .
    Letztendlich sollte der Spassfaktor mit dem täglichem nutzen sowie etwas ausgefallenes zu genießen im vordergrund stehen.

    Früher fuhren wir ein Bike dann ne Limo wegen der Kinder , nen Haus mußte auch sein sowie immer wieder neue Autos , jetzt aber hat man ne Kilometerhure noch ein Bike und zb. ne Pagode Frauchen muß ja auch dabei sein. Und einfach nur Spaß welcher den anschaffungswert normalerweise nicht verliert bei normaler Pflege und so ist es .

    Verdienen tuen nur die Händler ich jedenfalls verdiente niemals mit Autos mein Geld , zurückbekommen hab ich es nur bei Oldis mit ach und krach .

    Kauf im Meilenwerk oder bei Mercedes und du wirst niemals dein Geld wiederbekommen ganz einfach du bist der normalo und deiner kann nicht so gut sein ! Was aber nicht immer stimmt denn die Autos der Enthusiasten sind oft besser .

    Lustig ist wenn der Herr Proffessor mit seinem Hochglanzmodell bei Sonnenschein um die Ecke biegt und trotzdem ein geschweisstes Modell hat nein nein meiner ist aus einem Cocon von da und da bla bla bla .

    Wie sollen die Superfirmen denn auch verdienen ohne Classikdata und etc. Die Preise werden künstlich hochgehalten also Kostengünstig aufgebaut und hochpreisig angeboten für den Proffessor und andere zum .

    Es ist Allgemein bekannt Abschläge von 33 % zur Data sind normal somit hast du dein Geld einfach nur wieder sowie Spaß gehabt .

    Um den Wertverfall des Geldes zu Kompensieren sind einige Oldtimer definitiv geeignet wie jetzt beim Euro vieleicht kommend .
    Dazu braucht es einen langen Atem und etwas Geld zusätzlich oder anstelle dem normalen PKW fährt man einen Klassiker .

    Hat schon was , ist schon was , vor allem hat man dann ein Hobby !

  21. Pingback: Umständehalber

  22. Servus habe die Seite per Zufall entdeckt undf finde Sie sehr gut. Ich bin gelernter Karosserie – und Fahrzeugbauer (gelernt Anfang 80er) und jetzt Vertriebsingenieur. Ich habe festgestellt das diese Tendenz, historische oder alte oder wie auch immer genannte Sachen überzubewerten, immer mehr in alle Bereichen zunimmt. In meinem Hobby “Musik und Musikinstrumente” werden Gitarren von bestimmten Herstellern, die in den fünfziger Jahren als 0/8/15 Instrumente für um die hundert Dollar verkauft wurden für teilweise 5 und 6 – stellige Beträge auf den Markt gebracht.
    Das scheint wohk im Moment einTrend zu sein.
    Gruß
    Thomas

  23. Was Daniel aus K oben schreibt nennt man umgangsprachlich auch reinen Wein einschenken. Unsere Sparkasse zB. akzeptiert keine Oldtimer mehr als Sicherheit für einen Kredit, nachdem man mehrere Male schlechte Erfahrungen mit der notwendig gewordenen Verwertung von Oldtimer gemacht hat.

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